
Was ist für dich Heimat?
In der Performance “enterdet” stellen wir diese Frage immer und immer wieder erneut. Viele Menschen, viele Stimmen. Die einen haben ihre Heimat verlassen, die andern sind selten im Ausland. Und abseits von ihnen gibt es eine andere Stimme, die versucht allen zu erklären, was ihre Heimat ist und wer darein gehört.
Angesichts des steigenden Rechtspopulismus, Europa- und Weltweit, stellen wir uns der Frage gegenüber, um die angeschwemmten Deutungen des Begriffs wegzuwischen. Die scheinbare Klarheit des Populismus wird der unkoordinierten Mehrstimmigkeit der Meinungen einfacher Menschen gestellt.
Ich bin Deutscher. Ich bin Pole. Ich bin Russe. Ich bin Sinto. Ich bin Türke. Ich komm aus Niederrhein. Ich komm aus Berlin. Ich komm aus Albanien. Ich komm gerade von Zuhause und frage mich, was das hier soll? Was hat es mit meiner Heimat zu tun? Meine Heimat ist in mir. Ich habe keine Heimat.
Roh-emotionale Lieder aus der Vergangenheit, die Zeitzeugen einer Katastrophe, wenn um und für die Heimat hunderte von tausenden Menschen im besten Fall ins Exil genötigt wurden, arbeiten als Erinnerungspille gegenüber den modernen Stimmen aus der Politik.
Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen sprechen durch Aufnahmen und Interviews über ihre Heimat. Ein dokumentarisches Performance-Konzert , gebaut aus Gegenwart, Vergangenheit und einer düsteren Prophezeiung.
Begleitet durch eine bunte Vielzahl an Liedern aus dem Volkstum, Renaissance und Schlager bekommt der Abend einen zweiten Boden: den historischen Vergleich, die Erfahrung einer destillierten Gewalt, die durch Rechtspopulismus in Europa im XX. Jahrhundert geschah.
Team:
Alexander Kalina - Autor, Gesang, Performance
Nikolai Karrasch - Autor, Gesang, Musik, Performance
Helena Jackson - Regie & Dramaturgie
Und unzählige Stimmen aus dem Alltag
Das Performance-Konzert "enterdet" feierte die Premiere im Salon des Amateurs am 05.06.2025, näheres hier.